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Dachstuhlbrand in Hersbruck 01.11.2015

HERSBRUCK - Am 12. Oktober 2015 wurde gegen 18:30 Uhr zunächst nur die Feuerwehr Hersbruck mit der Einsatzmeldung "Dachstuhlbrand nach Kaminbrand in Hersbruck" von der Integrierten Leitstelle Nürnberg alarmiert.

Bereits auf der Anfahrt war dichter Rauch aus dem Wohngebiet auf der Ostbahn zu sehen, weshalb der erstanrückende Zugführer und Kommandant der Feuerwehr Hersbruck vorsorglich die Nachalarmierung der Feuerwehren aus Ellenbach und Altensittenbach über die Leitstelle veranlasste.

Durch die ersteintreffenden Gruppen- und Fahrzeugführer der Drehleiter und des Löschfahrzeuges musste zuerst der Raum vor dem Brandanwesen geordnet werden, da das freistehende Einfamilienhaus nur über eine einzige schmale Zufahrt zu erreichen war. Die Drehleiter musste demnach als erstes Fahrzeug rückwärts an das Wohnhaus rangiert werden und das Löschfahrzeug konnte erst danach einfahren. Vom ersten Löschfahrzeug aus gingen danach sofort mehrere Stoßtrupps unter schwerem Atemschutz mit Wärembildkamera ins das bereits teilweise verrauchte Treppenhaus ins Gebäude.

Glücklicherweise wurde der Brand im Dachgeschoß durch einen anderen Hausbewohner selbst durch den Alarmton der vorhandenen Rauchwarnmelder frühzeitig entdeckt und so konnte das Gebäude mit insgesamt 3 Wohnungen bis zum Eintreffen der Feuerwehr geräumt werden. Dies ist wieder ein Beispiel dafür, dass Rauchwarnmelder zum einen Leben retten aber auch Sachwerte schützen können, da der Brandschaden durch die frühzeitige Entdeckung gering gehalten werden konnte. Verletzt wurde durch den Brand keiner der Hausbewohner oder der Rettungskräfte.

Der erste Stoßtrupp konnte mit Hilfe der Wärmebildkamera einen Zimmerbrand in zwei Räumen unmittelbar neben dem Kamin feststellen und diesen sofort mit einem C- Rohr bekämpfen. Ein weiterer Trupp drang gewaltsam über eine verschlossene Lucke im Treppenhaus über eine Leiter mit einem weiteren C- Rohr in den Spitzboden des Dachstuhls ein. Mit einer Wärmebildkamera konnten hier gezielt Glutnester und ein bereits vorgedrungener Brand gezielt abgelöscht werden. Durch den Brandrauch ist derzeit die Dachgeschoßwohnung unbewohnbar. Durch Rauchvorhänge in den Türen zum Treppenhaus konnte weiterer Schaden durch Brandrauch in den anderen Wohnungen verhindert werden. Durch den gezielten Einsatz einer Kombination von Wasser und Schaum, auch mittels eines "Hi- Cafs" konnte ein größerer Wasserschaden im Gebäude durch die Löschmaßnahmen verhindert werden.

Parallel zum Innenangriff wurde ein Trupp unter schwerem Atemschutz über die Drehleiter mit einem Korbwenderohr eingesetzt und mehrere Trupps der Feuerwehren Altensittenbach und Ellenbach gingen mit einem gezielten Außenangriff mit mehreren C- Rohren in Bereitschaft. Weiterhin unterstützte die nachalarmierte Feuerwehr Altensittenbach mit Atemschutzgeräteträgern zur Absicherung.

Ein Hochleistungslüfter an der Haustüre wurde parallel zur Brandbekämpfung eingesetzt um für freiere Sicht für die Trupps im Innenangriff und für einen Wärmeabzug über den teilweise geöffneten Dachstuhl zu sorgen.

Der Brand im Dachstuhl und in der Dachgeschoßwohnung konnte schnell unter Kontrolle gebracht und schließlich ganz abgelöscht werden. Der geöffnete Dachstuhl konnte im Anschluss an die Löschmaßnahmen provisorisch durch vorhandene Ziegel und Planen wieder verschlossen werden.

Insgesamt waren von den Feuerwehren der Stadt Hersbruck ca. 70 Feuerwehrleute unter der Leitung des Hersbrucker Kommandant Uwe Holzinger eingesetzt. Ein Löschfahrzeug blieb bis etwa Mitternacht zur Absicherung und Brandwache noch vor Ort. Der Rettungsdienst war mit mehreren Fahrzeugen unter deren Einsatzleiter zur Absicherung der Feuerwehrarbeiten vor Ort und musste lediglich wegen eines Schocks der Hausbesitzerin eingreifen. Die Polizeiinspektion Hersbruck hat noch in der Nacht die Ermittlung zur Brandursache zusammen mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken aufgenommen.

Das Wohnhaus ist zumindest für die Nacht unbewohnbar. Die Bewohner der unteren Wohnungen können jedoch vermutlich bereits am nächsten Tag wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Nach ersten Schätzung der Polizei liegt der Sachschaden im unteren sechsstelligen Bereich.

Eingesetzte Einheiten:
KBI Holfelder
KBMs Marienfeld, Werthner und Weidinger
FF Hersbruck mit MZF 14/11/1, LF 14/41/1, HLF 14/40/1, DLK 14/30/1, RW 14/61/1, SW 14/58/1 und LKW 14/56/1
FF Altensittenbach mit MZF 15/11/1 und HLF 15/42/1
FF Ellenbach mit TSF 16/44/1

Bericht: FF Hersbruck / Gerhard
Fotos:
FF Hersbruck/ Schmidt

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