Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
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Jugendfeuerwehr Hüttenbach eine Woche fern der Zivilisation 28.07.2012

HÜTTENBACH - Vom 26. Mai bis 1. Juni 2012 fand bei der Jugendfeuerwehr Hüttenbach ein Zeltlager ohne fließendes Wasser und Strom statt. Während des Pfingstwochenendes also besuchte uns dabei auch die Jugendgruppe unserer Partnerfeuerwehr Scheibenberg aus dem Erzgebirge.

Samstag 26.05.2012

Nachdem bereits in den Wochen vor dem Zeltlager und vor allem am Samstag, 19.05.2012, unzählige Stunden in die Vorbereitung des Zeltlagers investiert wurden, ging es nun endlich los. Das Betreuerteam um Jugendwart Matthias Raum traf sich am Samstagmorgen bereits um 6 Uhr und brach Richtung Zeltplatz auf. Nachdem eine erste Fuhre Material am Zeltplatz ausgeladen und die Zelte der Betreuer aufgestellt waren, ging es um 8 Uhr zurück zum Feuerwehrhaus, um die Jugendlichen abzuholen. Nachdem alle Zelte aufgestellt waren, gab es als erstes Essen des Zeltlagers eine ordentliche Brotzeit. Anschließend ging es daran, eine Dusche, einen Donnerbalken, ein Dreibein und die Feuerstelle herzurichten. Auch Feuerholz will erst mal gesägt und gespalten sein, bevor es die Nacht erhellt. Im Laufe des Nachmittags stießen unsere Gäste aus Scheibenberg zu uns und bezogen die bereits vorbereiteten Zelte. Um uns besser kennen zu lernen, gab es nun die obligatorische Kennenlernrunde. Nach einer ausgiebigen Partie Fußball hatte uns unsere Köchin Tina Gyros mit Tzaziki, Krautsalat und Fladenbrote zum Abendessen zubereitet.

Nachdem alle der Dusche einen ersten Besuch abgestattet hatten, gab es ein weiteres kleines Spiel zur Stärkung der Gruppengemeinschaft. Mit verbundenen Augen wurden die Jugendlichen in einem kleinen, lichten Waldstück zwischen den Bäumen verteilt. Nun war es die Aufgabe der Gruppe, sich selbstständig wieder zu finden, zu kontrollieren ob alle anwesend sind und zurück aus dem Wald zu finden. Nach einer Stunde zur freien Verfügung spielten wir nach Einbruch der Dunkelheit noch das Orientierungsspiel „Wald der Irrlichter“, bei dem die Jugendlichen ganz leise durch ein Waldstück streifen und durch Geräusche und Lichter markierte Stationen finden müssen. Danach war endgültig Nachtruhe angesagt.

Sonntag 27.05.2012

Nachdem Wecken und der anschließenden „Katzenwäsche“ um 7 Uhr gab es Frühstück. Nun galt es wie nach jedem Essen abzuspülen und es wurden Lunchpakete verteilt. Um halb zehn brachen wir gemeinsam zur Festung Rothenberg auf. Hier erfuhren wir während einer Führung einiges über die Geschichte der Festungsanlagen. Nach einem kleinen Spaziergang rund um die Festung, vorbei am Schneckenbrunnen, Festungsfriedhof und den Resten der Skisprungschanze ging es zurück zu den Autos.

Nun ging es in Richtung Pottenstein. Im Trubachtal machten wir auf einem Spielplatz Mittagspause und ließen uns unsere Lunchpakete schmecken, bevor wir die Weiterfahrt antraten. In Pottenstein angekommen, machten wir eine Mini Wanderung zur Teufelshöhle, wo manch einer angesichts der zum Teil über 300 000 Jahre alten Tropfsteine ins Staunen geriet. Nach dem Rückweg zum Schöngrundsee entschied sich die Mehrheit der Jugendlichen für eine Tretbootfahrt anstatt der Sommerrodelbahn.

Zurück am Zeltplatz besuchten uns noch unsere Vorstände (unsere Kommandanten begleiteten uns als Betreuer) und es wurde gemeinsam gegrillt. Anschließend ließen wir den Abend bei Gesang und Gitarrenklängen am Lagerfeuer ausklingen.

Montag 28.05.2012

Um 9:00 Uhr stand Wecken und anschließend das gemeinsame Frühstück auf dem Plan. Nach einer kurzen Feedbackrunde hieß es bereits von unseren Scheibenberger Freunden Abschied zu nehmen. Diese mussten um 11:00 Uhr bereits die Heimreise antreten, da am nächsten Tag wieder Schule auf dem Stundenplan stand. Nach der traditionellen Erbswurstsuppe stand Holzmachen und im weiteren Verlauf des Nachmittags zwei Runden Schnipseljagd auf dem Programmplan. Nach dem Abendessen – es gab Spaghetti mit Tomatensoße – klang der Abend wieder mit dem gemeinsamen Singen am Lagerfeuer aus.

Dienstag 29.05.2012

Am Dienstag wurde wieder etwas früher aufgestanden – es stand ein langer Tag bevor. Die Jugendlichen wurden nach dem Frühstück in zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bekam einen Kompass, einen Ausschnitt aus einer topografischen- und aus einer Wanderkarte sowie einen Planzeiger mit auf den Weg des Orientierungslaufes. Zuerst mussten sich die Jugendlichen einen geeigneten Weg über Oberwindsberg vorbei an Lillinghof zum St. Martin suchen. Bereits kurz nach Oberwindsberg wartete die erste Station auf die Jugendlichen. Es galt mit Hilfe eines Wagenhebers und ein bisschen Rüstholz eine unter einem Anhänger eingeklemmte Person zu befreien.

Nun ging es weiter zum St. Martin wo bereits die zweite Station auf die Gruppen wartete. Bei unserem Erste-Hilfe Ausbilder galt es das Wissen des Erste-Hilfe-Kurses vom Herbst in Sachen Druckverbände wieder aufzufrischen. Desweiteren bekamen die Gruppen hier die Anweisung, mit Hilfe ihres Kompass eine Grabstätte in ca. 1km Entfernung zu suchen. Am sogenannten Russengrab – hier wurde 1945 ein unbekannter russischer Soldat begraben – bekamen die Gruppen die Anweisung, ihre nächste Station anhand von angegebenen Koordinaten zu erreichen. Die Spur führte die Gruppen zum Mausoleum der in Simmelsdorf ansässigen Adelsfamilie von Tucher.

Hier erwartete die Gruppen eine kleine Denkaufgabe, der sogenannte „Säuresee“. In der Mitte eines markierten Sees lag ein Schatz, welcher ohne den See zu berühren geborgen werden musste. Hierzu hatten die Jugendlichen eine Kletterausrüstung und den umgebenden Wald zur Verfügung. Nach einigen Minuten überlegen und absprachen in der Gruppe wurde ein Seil gespannt und ein Gruppenmitglied konnte sich gesichert zum Schatz und wieder zurück hangeln.

Nach dieser kräftezehrenden Aufgabe mussten die Jugendlichen den „Schlenkerweiher“ finden und einen Brand löschen. Die Wasserversorgung zur Kübelspritze wurde mittels Eimerkette vom Weiher hergestellt. Während ein Trupp in einem vorgegebenen Zeitfenster versuchte möglichst viel Wasser durch die Öffnungen der Spritzwand zu bekommen. An dieser Station gab es auch endlich Mittagessen – belegte Fladensandwiches und Getränke. Nach der Mittagspause suchten sich die Jugendlichen einen Weg zum Hüttenbacher Sportplatz wo sie mit einer Reanimation als Aufgabe konfrontiert wurden.

Als der Patient an den „Rettungsdienst“ übergeben war, galt es einen Weg zur Hubertuskapelle zu finden. Erschöpft dort angekommen hatten die Jugendlichen eine Minute Zeit um sich einige Gegenstände einzuprägen, die sie nach ihrer Ankunft am Zeltplatz aufzählen mussten. Nach über sechs anstrengenden Stunden und einigen Aufgaben fand der Orientierungslauf in der wohlverdienten Dusche sein Ende, bevor man sich bei einem Currywursttopf zum Abendessen wieder stärken konnte.

Mittwoch 30.05.2012

Am Mittwochvormittag stand das Geländespiel „Nordbank – Südbank“ auf dem Plan. Nach dem Mittagessen gab es etwas Zeit zur freien Verfügung, die die meisten Kinder zum Faulenzen nutzten. Plötzlich wurden die Jugendlichen mit einem „Alarm“ für die Feuerwehr Hüttenbach überrascht. Eine Person soll unter einem PKW eingeklemmt sein. So verteilte man sich schnell auf die Autos der Betreuer und fuhr zum Feuerwehrhaus. Überraschend schnell waren alle Jugendlichen ausgerüstet und die Fahrzeuge besetzt, sodass man die Einsatzstelle anfuhr. Mittels zweier Wagenheber und Unterbaumaterial wurde der eingeklemmte Dummy befreit, während er von Jugendfeuerwehrlern betreut und erstversorgt wurde.

Nun stand das Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft auf dem Plan und der Jugendwart wollte schon wieder mit einer Einheit Knoten und Stiche „langweilen“, als glücklicherweise der nächste Alarm einlief. In Bühl war eine Rauchentwicklung gemeldet. Ob vom Knoten machen oder den Toiletten - überall her kamen die Jugendlichen gerannt und besetzten erneut die beiden Fahrzeuge. An der Einsatzstelle angekommen brannte ein Holzstoß in voller Ausdehnung. Zum Erstangriff wurde vom Angriffstrupp ein Schaumlöscher eingesetzt, bis durch die weiteren Kräfte die Verkehrsabsicherung und die Wasserversorgung erstellt und zwei C-Rohre vorgenommen waren. Zum Ablöschen wurde der Holzhaufen mit Dunghaken auseinandergezogen.

Auf der Rückfahrt zum Feuerwehrhaus wurden die Fahrzeuge von der „Leitstelle“ angesprochen und zu einem weiteren Notfall geschickt. Eine hilflose Person soll nach einem Treppensturz hinter der versperrten Wohnungstür liegen und dringend Hilfe benötigen. An der Einsatzstelle wurde die Person umgehen durch die geschlossene Tür betreut und der Angriffstrupp ging über die Steckleiter in ein geöffnetes Fenster im 1. OG in die Wohnung vor. Nachdem die Haustüre geöffnet war wurde die Person erstversorgt und aus dem Gebäude gerettet. Nun wurden alle Gerätschaften wieder ordentlich aufgeräumt und man fuhr zurück zum Zeltplatz. Nach einer köstlichen „Chinapfanne mit Reis“ setzten wir uns wieder gemeinsam ans Lagerfeuer, bevor in der Dunkelheit noch einmal ein Nachtspiel anstand. Hierbei mussten die Jugendlichen in kleinen Gruppen durch ein Waldstück streifen und mit Knicklichtern markierte Symbole finden und sich merken. Zurück am Zeltplatz mussten die Zeichen aufgezählt werden.

Donnerstag 31.05.2012

Nach Frühstück und abspülen fand am Vormittag eine Lagerolympiade statt. Von jedem Jugendlichen galt es sich an folgenden Stationen zu beweisen: Teebeutelweitwurf, Kegeln, Wüstenschnaps, Fragebogen, Geschmackstest, Apfelschälen und Kastenlauf.

Nach einer großen Portion Schinkennudeln zum Mittagessen bekamen die Jugendlichen die Aufgabe, einen Nistkasten zu bauen. Mit Akkuschrauber, Säge, Hammer und Nägel wurden die vorbereiteten Materialien bearbeitet und jeder Jugendliche baute sich seinen Nistkasten zusammen. Aufgrund des einsetzenden Regens klang der Abend nach dem Essen im Küchenzelt aus.

Freitag 01.06.2012

Da die Woche nun leider zu Ende war galt es nach dem Frühstück den Komplettabbau des Zeltlagers anzutreten. Die Feuerstelle musste verschlossen, die Dusche und der Donnerbalken sowie die Zelte abgebaut werden. Am Zeltplatz wurde noch eine Müllkette durchgeführt um alles sauber zu hinterlassen. Nach und nach wurde die gesamte Ausrüstung wieder ins Feuerwehrhaus gefahren wo fleißig gereinigt und aufgeräumt wurde. Nach den Hot Dogs zum Mittagessen und weiteren Reinigungsarbeiten wurden im Laufe des Nachmittags alle Jugendlichen nach Hause zu ihren Eltern gefahren und das Zeltlager fand sein Ende.

Resümee

Trotz einer wahnsinnig schönen Woche und bestem Feedback von Jugendlichen, Eltern und Besuchern bleibt ein großer Wehmutstropfen. Die Durchführung solcher Jugendveranstaltungen wird einem immer schwerer gemacht, obwohl Politik und Medien ständig "jammern", die Jugend würde heutzutage nur noch vor dem Computer sitzen. Ich hoffe, dass alle Verantwortlichen aus Politik, Forst- und Landwirtschaft den Wert der Jugendarbeit für die Gesellschaft erkennen und diese zukünftig besser unterstützen.

Mein besonderer Dank gilt unseren Unterstützern, die auch vor Problemen nicht zurück schrecken. Allen voran unserem Bauern Herr Sommerer mit seiner Familie, der sein Grundstück zur Verfügung stellte. Der Gemeinde Simmelsdorf, der Bäckerei Gumann, den Aktiven und dem Verein der FF Hüttenbach. Dem gesamten Betreuerteam inklusive den Kommandanten, die alle ihren Urlaub opferten, unserer ausgezeichneten Köchin Tina Zettl, die für das leibliche Wohl sorgte und natürlich auch unserer Metzgerei Regler für die tatkräftige Unterstützung.

 

Bericht und Fotos: Matthias Raum, Jugendwart Feuerwehr Hüttenbach

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