Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
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Zwei Stunden in Führerhaus eingeklemmt 19.04.2005

FEUCHT (DB3) - Zu einem schweren Unfall mit einem eingeklemmten LKW-Fahrer wurde die Freiwillige Feuerwehr Markt Feucht am Montag, 18.04.2005 gegen 06.15 Uhr auf die A9 alarmiert.

Zwischen dem AK Nürnberg-Ost und der Rastanlage Feucht war ein mit ca. 500 Fässern Bier beladener Sattelzug ins Schleudern geraten, hatte etliche Meter Leitplanke niedergewalzt und mehrere Betonabsperrungen einer Baustelle gerammt. Dabei kippte der Lastzug um, und blieb quer über alle Fahrspuren liegen. Die Ladung verteilte sich über die komplette Richtungsfahrbahn München. Umherfliegende Bierfässer beschädigten in Richtung Berlin noch drei PKW und einen LKW. Die Richtungsfahrbahn München war komplett blockiert, auf der Gegenfahrbahn mußten wegen der weiteren beschädigten Fahrzeuge zwei Fahrstreifen gesperrt werden.

 
Das Führerhaus wird mit dem Kranwagen angehoben   Die durch umherfliegende Bierfässer beschädigten PKW auf der Gegenfahrbahn
     
 

Durch den Aufprall wurde das Führerhaus so stark defomiert, dass zu Beginn lediglich der Kopf des 29jährigen Fahrers sichtbar war. Durch die vorhandenen enormen Spannungen des Metalls bestand die Gefahr der Verwindung des Führerhauses, wodurch dem Eingeklemmten weitere schwere Verletzungen zugefügt worden wären. Zur Unterstützung wurde daher der Kranwagen der BF Nürnberg alarmiert. Der LKW wurde mit der Winde des Feuchter Rüstwagens stabilisiert und mit Rettungsschere und Spreizer begonnen, das Innenleben des Führerhauses zwecks besserer Zugangsmöglichkeiten zu entfernen.
Gleichzeitig wurde der Tank des Sattelzuges umgepumpt.

Mit Hydraulikwinden, Rettungszylindern, Hebekissen sowie Rettungsschere und Spreizer wurde versucht, das Führerhaus auseinanderzuziehen und die vorhandenen Öffnungen zu erweitern. Hierbei mußte teilweise Millimeterarbeit geleistet werden. Um ein Zusammenknicken zu verhindern sicherte der Kranwagen der BF Nürnberg den LKW nach oben und richtete in Koordination mit der Winde des Rüstwagens das Führerhaus etwas auf. Mit Hilfe eines Greifzuges gelang es schließlich, die Front stückweise wegzuziehen und den eingeklemmten Fahrer nach zwei Stunden zu befreien. Wie durch ein Wunder wurde er nur mittelschwer verletzt.

 
Die Ladung des LKW
  Das total zerstörte Führerhaus nach Aufrichten durch den Bergungsdienst

An der Einsatzstelle wurde die Mittelleitplanke entfernt, um den Rettungskräften eine ungehinderte Abfahrmöglichkeit zu bieten.
Im morgendlichen Berufsverkehr bildete sich ein kilometerlanger Stau, der teilweise bis zur AS Lauf-Süd reichte. Das THW Lauf richtete in Zusammenarbeit mit der AM Fischbach und der VPI Feucht eine Ausleitung ab dem AK Nürnberg-Ost sowie eine Stauabsicherung ein. Weitere Kräfte des THW übernahmen die Aufräum- und Umladearbeiten an der Einsatzstelle.
Für die Feuchter Wehr war der Einsatz nach dreieinhalb Stunden gegen 10.00 Uhr beendet.

Eingesetzte Kräfte:

KBI Schlerf, KBM Kölbl
FF Feucht mit ELW1, TLF 16/25+P250, LF 16/12, GW, RW2, LKW+VSA
BF Nürnberg mit ELW, LF, RW, KW 50, GW-Kran, RTW
Rettungsdienst mit 2 RTW, NEF, ElRD
VPI Feucht mit mehreren Streifenwagen und Polizeihubschrauber
AM Fischbach
THW Lauf

Bericht: FF Feucht
Bilder:
FF Feucht, BRK Nbg.-Land

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