Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Heißausbildung im Flashover-Trainingscontainer des LFV 18.04.2005

NÜRNBERGER LAND - "Feuer bekämpfen" heißt eine Aktion der Versicherungskammer Bayern und des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Mit dieser Aktion soll Atemschutzträgern die Möglichkeit gegeben werden, das Entstehen eines Brandes unter kontrollierbaren Verhältnissen zu beobachten und schließlich zu bekämpfen. Dazu wurde gemeinsam mit der Fa. Dräger-Safety ein mobiler Flashover-Trainingscontainer entwickelt, der vom 18. bis 20. April 2005 im Landkreis Nürnberger Land am Gerätehaus der Feuerwehren Ober-/Unterferrieden stationiert ist.

Insgesamt werden in diesen 3 Tagen 4 Gruppen mit je 8 Atemschutzgeräteträgern aus allen drei Dienstbezirken des Landkreises im Flashover-Trainingscontainer ausgebildet. Den ersten Tag absolvierte der Dienstbezirk 3 mit Teilnehmern aus den Feuerwehren Oberferrieden, Unterferrieden und Winkelhaid. Vor dem Gang in die kontrollierte "Flammenhölle" des Containers vermittelte der Ausbilder des Simulationscontainers, Christian Werner vom Landesfeuerwehrverband Bayern, den Kameraden die Grundlagen und das Ziel der Heißausbildung.

Respekt aber keine Angst vor dem Feuer - freiwillig in die Flammenhölle

Schutzkleidung und umluftunabhängiger Atemschutz sind das Rüstzeug der Feuerwehrleute. Wichtig dabei ist, dass die Ausrüstung, bestehend aus Überjacke, Sicherheitsstiefeln, Schutzhandschuhen und Flammschutzhaube, komplett ist und vor allem richtig angelegt wird, denn beim realistischen Üben von Einsatzsituationen in einem Brandübungscontainer beobachten die Teilnehmer den Brandverlauf. Die Einrichtung (Möbel) wird durch eingehängte Spannplatten mit einer Fläche von 10 m² simuliert, das entspricht einem Bruchteil der Holzfläche in einem eingerichteten Zimmer.

Durch die Wärmeeinwirkung des Initialfeuers beginnen die Spanplatten auszugasen und liefern somit die Basis für die spätere Rauchgasdurchzündung (Flashover). Durch die äußerst schwierigen Sichtverhältnisse wird eine reale Situation erzielt. Die Übenden können erkennen, wie die Rauchschicht immer weiter nach unten absinkt. Während der Übung wird die offene Tür des Containers geschlossen, was bewirkt, dass der Rauch nicht mehr abziehen kann und die Sauerstoffzufuhr unterbunden wird. Die Verbrennung wird unvollständig und die Feuerwehrleute im Container haben durch die Verrauchung keinerlei Sicht. Nach einigen Minuten wird die Tür wieder geöffnet. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Öffnen einer Zimmertür in einer Wohnung. Sauerstoff strömt in den Brandraum, das Feuer wird sofort größer. In der Rauchschicht, die sich ungefähr einen halben Meter über den Köpfen der knienden Feuerwehrleute befindet, bilden sich kleine Flammenzungen. Das ist der Beginn der Rauchgasdurchzündung. Danach muss die hohe Rauchgastemperatur heruntergekühlt werden, da sich sonst das Feuer sehr schnell ausbreiten und die Übenden gefährden würde.

Mit Positionswechseln hat jeder teilnehmende Feuerwehrler die Möglichkeit, selbst einen Flashover zu bekämpfen. Hierbei trainiert der Teilnehmer den Umgang mit einem Hohlstrahlrohr und festigt somit den Umgang mit seinem Handwerkszeug. Temperaturen, die an der Decke im Brandraum gemessen werden, liegen zwischen 600 und 800 Grad Celsius. Auf Kopfhöhe der Feuerwehrkameraden sind es noch 80 bis 150 Grad Celsius.

Während der Übung steht die Sicherheit der Teilnehmer an oberster Stelle. Ein Rettungstrupp steht ständig bereit. Ziel der Ausbildung ist es, die Teilnehmer so zu sensibilisieren, dass diese eine Flashover-Gefahr erkennen und deren Durchzündung verhindern.

 

Bericht: KFV Online / Pressemitteilung LFV Bayern
Fotos: KFV Online

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