Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
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Übung Personenrettung am Eis zusammen mit Eistauchern 08.02.2005

HAPPURG (DB1) - Auch in diesem Winter hatten die Happurger Wehrmänner eine Eisrettungsübung auf Ihrem Übungsplan angesetzt. Das besondere in diesem Jahr war zum einen die Tatsache, dass das Eis am Happurger Baggersee gerade mal 4,5 cm Stärke aufwies (die Feuerwehrler mussten am Eis besonders vorsichtig agieren) und zum anderen die Unterstützung durch Eistaucher.

 
     
 
     
   

Die noch geschlossene Eisdecke wurde an einer Stelle von Hand geöffnet um einen der Taucher ins eiskalte Wasser zu bringen. Mittels zwei Steckleiterteilen welche aufs Eis gelegt wurden, galt es das Gewicht des Retters auf dem Eis zu verteilen und die Person zu befreien. Angesichts der besonders dünnen Eisdecke war dies für jeden der Übungsteilnehmer eine besondere Herausfoderung, denn das Eis knackte an der ein oder anderen Stelle schon sehr verdächtig. Der Feuerwehrler, gesichert mit Sicherungsleine, lag sich flach auf ein Leiterteil und schob abwechselnd beide Leiterteile nach vorne bis zur Einbruchstelle, um dort den Verunglückten zu befreien. Durch einen dicken Trockenanzug gegen die Kälte des Wassers geschützt, ließen sich die fast vollständig ins Wasser eingetauchten Eistaucher dann retten. Schnell wurde den Übungsteilnehmern bewusst, dass einer Rettung einer Person bei so dünnem Eis äußerst vorsichtig durchzuführen ist und auch erhebliche Schwierigkeiten aufweist.

 
     
 

Allem voran, steht die schnelle Rettung einer im Eis eingebrochenen Person, da der zu Rettende bereits nach 6 -10 Minuten das Bewusstsein aufgrund der starken Unterkühlung verlieren kann. Natürlich darf auch die eigene Sicherheit der Retter nicht vernachlässigt werden. Alles in allem war dies dank der Eistaucher für alle Teilnehmer eine Übung unter realistischen Umgebungsbedingungen. Natürlich hatten die Eistaucher nach der Übung noch nicht genug im kalten Wasser geplanscht und gingen noch auf einen Tauchgang im Baggersee.


Auf was sollte man achten:

  • Auf Verbotsschilder und Warnungen in den Medien achten. Oft werden Eisflächen von den zuständigen Ordnungsbehörden freigegeben.
  • Schätzen Sie vor Betreten der Eisfläche die Tragfähigkeit ab. Die Stärke der Eisdecke sollte mindestens 10cm betragen.
  • Besondere Vorsicht ist geboten an Brückenpfeilern, Schilf und ähnlichen Objekten die das Eis durchbrechen.
  • Lassen Sie Kinder eine Eisfläche nicht unbeaufsichtigt betreten.
  • Tauwetter kann die Tragfähigkeit des Eises beeinträchtigen.
  • Gehen Sie nie auf Eisflächen von fließenden Gewässern.

Im Fall der Fälle:

  • Alarmieren Sie sofort die Rettungskräfte
  • Nähern Sie sich dem Eingebrochenen liegend mit einer möglichst großen Auflagefläche
  • VORSICHT! – An der Einbruchstelle ist auch für Sie das Eis brüchig.
  • Reichen Sie eingebrochenen Personen Rettungsgegenstände oder andere Gegenstände um nicht selbst ins Wasser gezogen zu werden.

Bericht und Fotos: FF Happurg


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